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Als Gary Gygax & Dave Arneson im Jahre 1974 die erste Version ihres Pen&Paper Rollenspiels „Dungeons & Dragons“ vermarkteten, wusste noch keiner welch Wellen es schlagen oder wie groß die Fangemeinde für dieses Art von Spiel werden würde. Oft hat man sich nicht dazu geäußert ein Spiel dieser Art zu spielen, und wenn doch wurde man in den meisten Fällen als „Nerd“ beschimpft und galt daher als Sonderling – ein typisches Cliche der Vergangenheit. Dazu kam noch die ominöse „Satanic Panic“ bei der übersorgsame oder stark glaubensorientierte Erwachsene das Spiel mit dem Herr der Finsternis und der Hölle selbst asoziierten – was unter anderem hier in einem interessanten YouTube Video zusammengefasst wurde.

Doch was genau macht ein Pen&Paper Rollenspiel aus?

Simpel gesagt, ist alles schon im Namen selbst erklärt: Ein Stift und ein Stück Papier (in den meisten Fällen ein schön genormtes DIN A4 Blatt) – und der zweite Part Rollenspiel spricht auch schon für sich: Man übernimmt eine Rolle/Figur/Persönlichkeit – oder wie ich es persönlich ausdrücken würde: Schauspielerrei. Die letzte fehlende Zutat ist: Fantasie.

Aus dem Stück Papier wird der Charakterbogen kreiert den ihr für eurer fiktives Alter Ego hinterlegt – und ich gebe zu: Für Neueinsteiger kann ein solches Unterfangen aussehen wie das Erklimmen des Mount Everrest: All die Zahlen, die Kästchen, das Schreiben, das Ergänzen und Kombinieren… kann zu einer schnellen resignation führen. Hier kommt dann jedoch der schöne Aspekt der Community zum Tragen: Es gibt dort draußen genug erfahrene Spieler, die euch bereitwillig alles ruhig und sachlich erklären können – in den meisten Fällen wird dies dann sogar der „Dungeon Master“ oder auch „Game Master“ (kurz: DM oder GM) sein.

Der DM ist gleichzeitig Geschichtenerzähler, Schiedsrichter und manchmal auch Künstler. Er beschreibt euch die Welt, die Umgebung, die Städte und Länderreien in der sich eure Figuren befinden – manchmal auch visuell unterstützt durch Karten, Figuren oder Modelle. Wichtig zu sagen ist: Er ist NICHT DER GEGNER der Spieler, und es ist auch nicht seine Aufgabe die Spieler an ihrem Erfolg zu hindern. Er erklärt den Spielern anhand ihrer eigenen freien Entscheidungen, wie ihr Umfeld auf eben diese reagiert – und ob sie würfeln müssen wenn dies eine Tätigkeit ist, welche eine besondere Aufgabe oder Herausforderung darstellt.
Spieler: „Ich stehle die Geldbörse von der Wache!“
DM: „Bist du dir sicher?“
Spieler: „Ja!“
DM: „Gut, würfel auf Heimlichkeit und Fingerfertigkeit um zu sehen ob er dich bemerkt und ob du geschickt genug bist, ihm die Geldbörse zu stehlen.“
Spieler: *würfelt* „Eine 21 für Heimlichkeit und… *würfelt* mist… 7 für Fingerfertigkeit.“
DM: 
„Du schaffst es, unbemerkt an die Wache heranzukommen, doch der Knoten mit dem die Geldbörse an seinem Gürtel befestigt ist, ist zu fest so das du nicht in der Lage bist seine Geldbörse zu entwenden.“
Eine solche Situation ist ein Standartbeispiel – und bringt einen weiteren Aspekt des Spiels hervor: Die Würfel.

Jeder kennt die 6-Seitigen Würfel aus Spielen wie „Mensch ärgere dich nicht“ oder „Monopoly“. Doch es gibt wesentlich mehr Würfelvarianten als diese. Für Rollenspiele wird eine ganze Vielfalt von Würfeln benötgt welche von 3-Seitigen bis hin zu 100-Seitigen Würfeln gehen können. Für die meisten Rollenspiele ist der 20-Seitige Würfel der meist benutzte Würfel überhaupt – andere Würfelvariationen werden für spezifische Aufgaben oder Fähigkeiten gefordert.

Rollenspiele wie Dungeons&Dragons, Pathfinder oder Das Schwarze Auge bauen von ihrer Spielmechanik auf einem 20-Seitigem Würfel auf. Doch es gibt noch weitere Rollenspiele, welche sich einfach und simpel auf den klassischen 6-Seitigen Würfel fokussieren (z.B. Shadowrun). Wieder andere Systeme ignorieren Würfel komplett, und benutzen stattdessen ein typisches Pokerkarten-Deck. Bei Systemen dieser Art wird jedes mal eine Karte aus dem Deck gezogen, welche dann – wie im Pokersystem – die Punkte für die benötigte Aktion wiedergibt.

Die oben genannten wie Dungeons&Dragons, Pathfinder und Shadowrun sind mitunter wohl die bekanntesten Spielsysteme dieser Art und wurden über die Jahre immer weiter entwickelt oder neu aufgelegt. So ist Dungeons&Dragons mittlerweile in der 5.ten Edition angekommen – und hat damit gleichzeitig noch das Digitale Zeitalter für sich entdeckt, da Spieler über deren eigene Website  alles managen können was zum Spielen gebraucht wird. Pathfinder selbst ist eine Abspaltung von Dungeons&Dragons, denn als die 4.te Edition des Spiels veröffentlicht wurde, waren viele Fans von den Neuerungen und Änderungen nicht begeistert. Also machten sich viele auf und haben die 3.te Edition weiterentwickelt – dies ist heute als Pathfinder bekannt. Dies hat nun auch vor kurzem eine Generalüberholung erhalten in seiner 2.ten Edition und es bleibt noch abzuwarten ob Fans des Spiels diese Variante befürworten.

Es gibt jedoch unzählige Rollenspiele: My Little Pony? Ja! … Warhammer? Natürlich! … Aliens? Aber sicher…
…viele davon sind vielleicht klein und unbekannt, und wenn ein RPG zu einem Videospiel/Film/Buch nicht existiert: Was hindert euch daran euer eigenes RPG zu entwickelt? Denn genau so hat alles angefangen… mit viel Fantasie….

Mein Fazit: Ich selbst bin begeisterter RPG Spieler & DM. Ich selbst leite 2 Gruppen aus Spielern (Gruppe 1: 8 Spieler/Gruppe 2: 5 Spieler) durch ihr Abenteuer und bin als Spieler in ca. 5 anderen Gruppen dabei. Für mich ist es wichtig, dass die Spieler & DM zusammen ein tolles und spaßiges Erlebnis haben… und es kommt nicht selten vor, dass an einem Spieltag im nu 6-7 Stunden vorbei gehen ohne dass man dies wirklich bemerkt. Ich kann daher jedem nur ans Herz legen, diesem Hobby eine Chance zu geben.

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